Surreal
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Real kann gefälscht sein. Surreal stimmt.

Drei fotografische Richtungen, drei Schubladen, drei Spielwiesen, drei Stufen des Weggehens von der unmittelbaren Wirklichkeit: In jeder Stufe habe ich Fotos erstellt - soweit eine Doppelbelichtung und dann eine Fotomontage noch "Fotos" genannt werden können.

Rechts das Bild, in dem die Frau nach den Wolken greift, in dem die Wolken das Bild zweiteilen, und in dem die Wolken von hinten professionell angestrahlt werden - das hat mir die Natur vor die Linse geliefert, und ich musste nur noch Katrin um die passende Geste bitten.

Komischerweise meine ich: Das kann jeder. Wobei ich weiß, dass die meisten Eselsgeduld aufwenden und vierstellige Fotomengen verschießen, damit ihnen Prachtfotos gelingen. Darauf verzichte ich. Eselsgeduld verbringe ich als Freund der Nischen und Kanten aber damit, weniger gelungenen Direktfotos sehr wohl einen Platz im Foto-Olymp zu verschaffen. Die zwei Stufen der Fotobehandlung - Sandwich und Computermontage - betrachte ich als meine persönlichere Leistung. Habe da weniger Kollegen getroffen.

Bei meiner Ausstellung "Dschungel" steht der Satz "Ich bin schon so´n Dali" in dem Sinne, dass ich Fan einer wirklichkeitsübersteigenden Sichtweise bin. Das schlägt nicht nur beim Malen, sondern auch bei der Stoßrichtung meiner Fotos durch. Sie sind zumeist anti-journalistisch, zeitenthoben, und transzendieren gerne. Wenn sie dann spinnen, die Fotos... wenn sie surreal werden: Dann sehe ich die Welt, wie sie eigentlich ist, aus dem Bild brechen - eine Projektionskammer unserer Wahrnehmung.

Und unsere Wahrnehmung ist eine Projektionskammer unserer Lerngeschichte, und auf unsere Lerngeschichte projizieren die Gene ihre Bedürfnisse. Dieses Komplexe ist dann der Wahrnehmungs-Vorgang, und nur an der Oberfläche sind da die gesehenen, gerochenen, gehörten Gegenstände - eine Art gegenständliche Spitze des  Eisbergs - und darunter brodelt ein Universum, in das "Psychodelia" hineinleuchtet.
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